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    <title>herblog</title>
    <link>http://www.mueckenheim.name/</link>
    <description>Herbert Mückenheims Notizblog</description>
    <language>en-us</language>           
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    <category>Weblog</category>
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      <title>herblog</title>
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    <item>
 <title>Die Handytasche</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=30</link>
<description><![CDATA[Ein recht interessantes Phänomen beobachte ich bei mir - genauer gesagt - bei meiner Schreibaktivität in diesem Blog: Immer wenn ich gerade einen Artikel online gestellt habe, fallen mir mindestens drei Themen ein, über die ich sofort einen weiteren Artikel schreiben könnte. Doch da ich gerade einen neuen Artikel eingetippt habe, beginne ich natürlich keinen weiteren. Aber so mit der Zeit, wenn ein oder zwei Wochen vergangen sind, dann wäre es wieder gut, mal weiterzuschreiben. Jedoch dann fehlen mir plötzlich die Themen.<br />
<br />
Na egal! Bei meinem letzten Artikel wollte ich eigenlich über Handys schreiben. Dann ist es ein Rückblick auf die Anfangsjahre der Browser geworden und den Handy-Teil habe ich komplett gestrichen. Aber vielleicht gelingt es mir diesmal, beim Thema Mobilfunk zu bleiben. <br />
Es ging beim letzten Mal um die Uni - bzw. um die Tatsache, daß bestimmte gesellschaftliche Prozesse an einer Universität zeitlich vorverlegt passieren. Der Siegeszug der Handys waren eines davon.<br />
<br />
Irgendwann - etwa im Jahr 1996 brachte die Firma e-Plus spezielle Handytarife für Studenten heraus, die sich dadurch auszeichneten, daß man für sehr wenig Geld so ein Mobilfunkgerät bekam. Wenn man bedenkt, daß Handys um 1994-95 noch etwa 2000 DM (rund 1000 Euro) kosteten, waren die 2-Jahre-Vertäge für Monatsbeiträge um die 20-30 DM ein Spottpreis - immernoch teure im Vergleich zu heute, besonders wenn man die zusätzlich anfallenden Gesprächsgebühren berücksichtigt.<br />
<br />
Aber ich will nicht über Tarife schreiben. Nach kurzer Zeit hatten sich alle Informatik-Studenten so ein Handy zugelegt. Den anfänglichen Run habe ich verpaßt. Erst bei eine Studentenparty fehlten die Steckdosen, weil jeder sein Handy aufladen mußte. Denn die Akkulaufzeiten der damaligen Geräte lagen um die 1-2 Tage. Erst da bemerkte ich den Umbruch ins Zeitalter des Überall-Erreichbarseins.<br />
<br />
Plötzlich hatte jeder ein Handy (so schien es zumindest), denn die Geräte lagen überall rum, weil sie ständig wieder aufgeladen werden mußten. Dann trudelten auch schon die ersten Berichte ein, daß es Verkehrsunfälle gegeben hatte und man dank des neuen Kommunikationsmittels sofort Polizei und Rettunsgdienste informieren konnte. Zumindest in dieser Hinsicht war ein deutlicher Fortschritt erkennbar.<br />
<br />
Nun passieren Unfälle relativ selten. Wie soll man im Alltag darauf hinweisen, daß man ein Handy hat? Solange es in der Tasche liegt, bekommt das niemand mit. Dagegen war Anrufe - die durch Klingeln auf das tolle Gerät aufmerksam machen - waren auch relativ selten. Individuelle Klingeltöne waren noch gar nicht erfunden. Nein! Um sich als stolzer Besitzer eine dieser technologischen Wunderwerke und Statussymbole des Technologiezeitalters zu outen, mußte man das Handy offen trage. Dazu wurden die Handytaschen erfunden - kleine Lederbeutel mit Klarsichtfolie, die man mit Gerät am Gürtel trug. Das war zwar ziemlich unpraktisch, weil sich die Handy im Fall eines Anrufs nur schwer aus der Tasche herausholen ließen. Aber Anrufe waren - wie bereits bemerkt - selten und teuer, so daß man ungestört sein Handy spazieren tragen konnte und seine Technik-Affinität damit bewies.<br />
<br />
Dass Handy-Taschen eigentich ziemlich affig aussehen - für diese Erkenntniss brauchte die Uni-Studentenschaft weniger als einen Sommer. Da Mitte 1997 (fast) jeder ein Handy besaß, war es inzwischen wieder lässig, kein Handy zu besitzen oder dessen Besitz zumindest nicht offen zu zeigen. Ziemlich schnell waren die Handygürteltaschen wieder verschwunden - zumindest im Dunstkreis der Alma Mater.<br />
<br />
In außerakademischen Geschellschaftsschichten hatten Handytaschen eine weitaus längere Lebensdauer. Im Jahr 2002 kam mal ein ziemlich wichtigtuerischer Typ in der Firma meines damaligen Arbeitgeber zu mir. Er war über 50 und hatte eine runden Glatzkopf. Am Gürtel trug er offen sichtbar sein Handy. Ich vermute, daß er mit diesem Accessoir besonders jung und dynamisch erscheinen wollte. Vermutlich hat er nicht erfaßt, dann er genau das Gegenteil damit erreicht hat, denn den entsprechenden Trend hatte er etwa um sechs Jahre verpasst.<br />
<br />
Selbst später habe ich noch Leute mit Handygürteltaschen gesehen. Ich weiß nicht, ob bei denen die Entwicklung so verzögert angekommen ist oder es sich bereits um einen Retro-Trend gehandelt hat. Vielleicht waren es auch solche Leute, denen aktuelle Modeerscheinungen schlicht egal sind und die nur eine Handytasche benutzen, weil sie das Gerät sonst verlegen würden.<br />
<br />
Die Sache mit den Handygürteltaschen hatte sich irgendwann erledigt. Findige Accesoire-Designer statteten Rücksäcke und Umhängetaschen mit kleine Handytäschchen aus. Selbst diese Aufbewarungsmöglichkeiten konnten den Trend zu immer kleineren Handys und damit schwindende Notwendigkeit von separaten Taschen verhindern. <br />
<br />
Zum Glück gibt es im Umfeld der Mobiltelefone noch viele gesellschaftliche Skurrilitäten zu berichten. Doch darüber schreibe ich in weiteren Artikeln.<br />
]]></description>
 <category>Technikotikum</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=30</comments>
 <pubDate>Sat, 22 Mar 2008 02:11:56 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>Versionswechsel</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=28</link>
<description><![CDATA[Nach längerem Zögern, ob ich überhaupt bei Nucleus bleibe, habe ich jetzt ein Update auf Version 3.32 gemacht. Es verlief ziemlich unspektakulär und wäre problemlos durchgegangen, wenn ich die config.php vom Server vorher gesichert hätte. Mit Pfaden von meiner lokalen Festplatte konnte der wenig anfangen. <br />
<br />
Wichtiges Neuerung sind die schönen URLs (Plugin FancyURL2).  Die neuen Pfade sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch suchmaschinenfreundlich. Mal sehen, wie Google darauf reagiert. Meine Artikel waren ja unter den alten URLs schon recht gut im Index vertreten. Die Texte werden zwar immernoch gefunden, sind jetzt aber nicht mehr verlinkt. Mal sehen, wie schnell die Artikel unter den neuen Links aufgenommen werden.<br />
]]></description>
 <category>intern</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=28</comments>
 <pubDate>Thu, 20 Mar 2008 06:33:55 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>MOSAIC</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=25</link>
<description><![CDATA[Einen Vorteil hatte das Leben an der Uni. Diesen Vorteil vermisse ich in den 10 Jahren wirklich schmerzhaft (ok, es waren mehrere Vorteile, aber über den Einen will ich jetzt schreiben). An einer Universität geschehen bestimmte gesellschaftliche Veränderungen immer einige Jahre im Vorlauf. Wenn man also von nichtstudierenden Bekannten oder über die Massenmedien über einen absolut neuen, vielversprechenden und bisher nicht dagewesenen Trend in Kenntnis gesetzt wird, dann hat man - als Student - nicht nur bereits mehrjährige Erfahrung mit dieser Sache, sondern weiß auch, wie dieses Angelegenheit in paar Jährchen enden wird.<br />
<br />
Das Kommunikationszeitalter brach etwa Anno 1995 über uns herein. Es war zwar schon Jahrzehnte über dieses Phänomen fabuliert und in unzähligen unzähligen SciFi-Filmen und -Geschichten - angefangen beim Klassiker 1984 von George Orwell - darüber spekuliert worden, aber letztendlich kam es doch ganz anders als vorhergesagt. Die Vorboten der neuen Zeit waren das Handy und der Internet-Browser (letzterer damals in Form des Netscape Navigator). Diese beiden technischen Errungenschaften - und deren Folgeprodukte - ermöglichten die komplette und ständige technische Anbindung des Menschen an die Informationskanäle dieser Welt. Zumindest theoretisch! Bis sich diese Neuerungen in den Alltag verbreiteten, gingen noch die Jahre in Land.<br />
Zum Thema Browser fallen mir zwei kleine Episoden ein. Etwa im Herbst 1995 ließ ich mich in den Studentenrat der Universität Jena wählen (Die Bezeichnung StuRa war glaube ich so eine Art Wende-Erscheinung - an anderen Unis heißt diese Institution ASTA). Gegen Ende des Jahres war das Thema Haushaltsplanung im StuRa aktuell. Dort fiel den Mitgliedern eine Position mit dem Namen "MOSAIC" auf, für die Ende 1994 eine gewisse Geldmenge vorgesehen war, die aber im Haushaltjahr 1995 nicht abgerufen wurde. Nun hatten von den vielen neugewählten StuRa-Mitgliedern keiner auch nur ansatzweise eine Vorstellung davon, was mit "MOSAIC" gemeint war. Das Rätselraten ging in Richtung einer Präsentation, Layout, Design und man vermutetet eine gewisse Zeitschrit oder Broschüre. <br />
<br />
An dieser Stelle muß ich ehrlich zugeben, daß ich die anderen lange im Unklaren ließ, bis ich ihnen die Auflösung verriet. Mit "MOSAIC" war der Internet- rsp. WWW-Auftritt des StuRa gemeint. Da im Jahr 1994 der einzige verfügbare Browser den Namen "Mosaic" trug, hatte man den zu erstellenden Web-Auftritt mit dieser Software umschrieben. Die Haushaltsposition "MOSAIC" bedeutet also in der Langform: "etwas machen, daß später alle Welt mit dem Mosaic ansehen kann". Nun hatte im Sommer 1995 die Firma Netscape einen fulminaten Börsenstart, über den in den Medien ausgiebig berichtet wurde. Ende 1995 war der Begriff "Netscape Navigator" allgemein bekannt. Nicht wenige Leute konnten über diverse Erfahrungen mit diesem Produkt berichten und sich bereits diverse Webseiten angesehen. Man kannte also den Navigator. So konnte ich Mosaic als dessen Vorgänger gut erklären. Aber das erklärte nicht den Sinn der Haushaltsposition. <b>Wozu</b> braucht man eine eigene Seite im WWW, die später alle Welt mit dem Navigator betrachten kann? Auf diese Frage fiel mir sponten keine passende Antwort ein. Auf die Frage, <b>wie</b> man einen Webauftritt gestaltet, würde der interessierte Student sowieso nur innerhalb des Barakenblechs vom Uni-Rechenzentrums eine Antwort bekommen - und zwar von Leuten, die nur unverständliches Informatiker-Kauderwelsch sprechen. Das Wort "Webdesign" gab es damals noch gar nicht.<br />
<br />
Aber es gab schon im Jahr 1994 Studenten, die die Notwendigkeit einer Web-Präsentation erkannt hatten. Diese Leute bewiesen erstaunlichen Weitblick. Nur bei der Bezeichnung der ensprechenden Haushaltsposition waren sie etwas ungeschickt. Aber sie konnten halt nicht voraussehen, daß bereits ein Jahr später, der - sowieso nur eingeweihten bekannte - Name "Mosaic" wieder völlig vergessen ist und stattdessen alle Welt vom "Navigator" spricht. Da eben auch eine technische Revolution ihre Kinder frisst, erlitt der Navigator später das gleiche Schicksal, wie der von ihm hinweggefegte Mosaic. Trotzdem lebt irgendwie der Geist dieser alten Browser weiter im Firefox und im IE. Aber das ist eine andere Geschichte.<br />
<br />
Die erste Webseite habe ich so etwa im Jahr 1994 gesehen. Ein Kommilitone saß damals an einer dieser UNIX-Kisten mit den extrem großen 21-Zoll-Röhrenmonitoren und tippte eifrig in einen Texteditor im X-Window-System. Darüber prangt der Mosaic - schon damals mit den browsertypisch Symbolen für "vor", "zurück", "neu laden" und "Häuschen".<br />
<br />
Das war zu einer Zeit, als wir uns für  unsere PCs mit 286er oder 386er Prozessor gerade mal einen 14 Zoller leisten konnten. Diese Rechner hatten noch nicht mal eine Netzwerkkarte. Wozu auch? Es gab kein Netz. Wir hatte noch nicht einmal ein Modem, weil so kurz nach der Wende im Osten der Ausbau des Telefonnetzes noch nicht bei uns angekommen war.<br />
<br />
Zurück zum Web-Experten der ersten Stunde: Wenig später zeigt er stolz das Ergebnis der Tätigkeit - seine erste Homepage. Es ware ein paar Zeilen schwarzer Text auf einem aggressiven gelben Hintergrund mit Donald-Duck-Bild in der rechten oberen Ecke. Rein technisch hatte er die Sache mit dem HTML schnell begriffen. Das Problem lag eher darin, daß nichts interessantes über sich zu berichten wußte. Name, Geburtsdatum und Student der Uni Jena füllten gerademal drei Zeilen. Danach war Schluß. In Ermangelung eines digitales Bildes konnte er nur das Entenvieh als Profilbild verwenden. Scanner und Digitalkameras bewegten sich damals in Preisregionen weit außerhalb unseres Bafög-Horizonts.<br />
<br />
Ich weiß nicht, was ich damals bei Anblick dieser Webseite gedacht habe. Es gab ja schon damals permanente technische Neuerungen, die den Durchbruch für Irgendetwas darstellen sollten und nach einem halben Jahr vergessen waren. Diese Donald-Bild auf gelbem Hintergrund sah nicht nach etwas wirklich innovativem aus, geschweige denn etwas was man irgendwie gebrauchen könnte.<br />
<br />
Es dauerte noch so ein bis zwei Jahre bis alle Informatik-Studenten ihre eigene Homepage hatten - mit Hintergründen, die an biedere Tapetenmuster erinnerten und gescannten Bildern der Hauskatze. Schnell hatte sie auch ihre Seiten unter der Überschrift "meine Freunde" untereinander verlinkt. Und: Das war's dann auch! Niemand hat seine Seite aktualisiert oder gepflegt. Das ist eine mühsame Sache. Ich vermute, wenn man die Festplatten des Rechenzentrums gründlich durchsucht, dann würde man diese Seiten heute noch finden. Auf keiner gäbe es einen Hinweis, was die betroffene Person nach 1996 gemacht hat - ob sie die Uni verlassen hat oder inzwischen Professor geworden ist. <br />
<br />
Achja, wie bin ich eigentlich auf die Idee gekommen, das aufzuschreiben?! Ich weiß: Durch diesen Spiegel-Artikel.<br />
<br />
<a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,532070,00.html">http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,532070,00.html</a><br />
<br />
Eine Studentin berichtet über ihren Abschied von den Online-Communities. Tatsächlich gibt es im Jahr 2008 Auguren, die solchen Communities eine blühende Zukunft vorhersagen. Wirklich bedauerlich: Hier handelt es sich offensichtlich um Personen, die nie an einer Uni weilten!<br />
]]></description>
 <category>Technikotikum</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=25</comments>
 <pubDate>Mon, 25 Feb 2008 03:47:36 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>Suchmaschinenoptimierung in Erfurt ...</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=24</link>
<description><![CDATA[<b><i>... oder der virtuelle Lebenslauf</i></b><br />
<br />
<br />
Ja, das wird schon wieder ein Artikel über Google! Nein, diesmal erzähle ich eine richtige Geschichte - also kein Sinnlos-Artikel!<br />
<br />
Die konkrete Episode verlief etwa so: Eine gute Bekannte von mir war auf der Suche nach einem neuen Trainingspartner für eine dieser trendigen Sportarten wie Squash, Tennis oder Synchronschwimmen, die man halt schlecht alleine üben kann. Glücklich, endlich ein geeignetes Gegenüber gefunden zu haben, unterhielten sich die beiden über ihre weiteren Interessen. Daraufhin meinte jener Mann zu meiner Bekannten <i>"Du tanzt auch Tango?"</i> Sie war recht überrascht, woher er diese doch recht persönliche Info erfahren hat. Seine Erklärung war simpel und ist nach meiner Einleitung unschwer zu erraten <i>"Ich habe bei Google deinen Namen eingegeben."</i><br />
Diese Geschichte ist wenig überraschend. Ich weiß nicht, seit wievielen Jahren ich die Namen sämtlicher neuen Bekanntschaften bei Google recherchiere. Einige wenige Leute sind überhaupt nicht auffindbar. Aber über viele Personen kann man viele nützliche Dinge erfahren und manchmal sogar ein Foto finden. Wenn man jemand aus den Augen verloren hat, dann kann man sogar manchmal herausfinden, wo sich der-/diejeinige gerade aufhält und was er/sie so treibt.<br />
<br />
Aber meine Bekannte war trotzdem erstaunt - und gar nicht mal angenehm - daß ihr neuer Trainigsparter (A) überhaupt ihre Spuren im Netz verfolgt hat und (B) dabei so vielsagende Infos zu Tage gefördert hat. Nun muß ich zugeben, daß dieser Erfolg zum Teil auf meiner Vorarbeit beruht. Und zwar folgendermaßen ...<br />
<br />
Mitte des Jahres 2005 gab es einige Querelen im Erfurter Tangoverein. Die Details dazu möchte ich der geneigten Leserschaft ersparen. Als unangenehme Folge dieses üblen Hick-Hacks verlor der Verein seine Domain unter welcher er bisher seinen Webauftritt hatte. Zugegeben war der Webmaster bis dato eher lausig seinen Verpflichtungen zu einer aktuellen Vereinspräsentation nachgekommen, aber die Domain war schon ein paar Jahre alt und innerhalb der Tango-Websites sehr gut verlinkt. Die Domain hatte ihren Wert und der war nicht nur ideell.<br />
<br />
An dieser Stelle traten einige Engagierte auf den Plan, die der festen Überzeugung waren, daß man mit der neue Domain <a href="http://www.typisch-tango.de">www.typisch-tango.de</a> und einer neue Webpräsentation innerhalb kurzer Zeit etwas Besseres aufziehen kann. Von diesen Engagierten bin im wesentlichen ich als Webmaster übrig geblieben, aber das Ziel habe ich erreicht. Etwa zwei Jahre später - September 2007 - stand typisch-tango.de bei den hart umkämpften Suchbegriffen "tango" und "erfurt" auf Platz 1. Das war ein erster Achtungserfolg bei meinen neuen Hobby "SEO"=Search-Engine-Optimisation (Warum Computerfreaks so bescheuerte Hobbies haben, möchte ich jetzt nicht diskutieren!)<br />
<br />
Als umsichtige Webmaster von typisch-tango.de versuche ich nicht nur die aktuellsten Infos über den Tango in der Region zusammenzutragen, sondern auch das Engagement der Vereinsmitglieder lobend hervorzuheben. Bei passender Gelegenheit nenne ich gerne die vollen Namen der Aktivisten. Mir ist natürlich bewußt, daß in Verbindung mit der guten Platzierung von typisch-tango.de die betreffenden Person leicht auffindbar wird. Aber - ehrlich gesagt - das sehe ich als Vorteil für die Person. Engagement in gemeinnützigen Vereinen deutet eine aktive und sinnvolle Freizeitgestaltung hin und macht sich dementsprechend gut auf Lebensläufen oder bei Vorstellungsgesprächen. Da Personalverantwortliche nicht nur die Papiere prüfen, sondern seit einiger Zeit den Bewerber über Netz-Recherchen auf den Zahl fühlen, ist es natürlich vorteilhaft, wenn sich die Angaben in der Vita über die Suchmaschine entsprechend verifiziert werden können.<br />
<br />
Vor einiger Zeit ist in den Medien über eine neue Geschäftsidee berichtet worden und die US-amerikanische Firmen, die sich darin versuchen. Die Idee beruht auf dem Bestreben mancher Meschen, ihre Spuren im Netz zu bereinigen. Anscheinend gab oder gibt es Leute, die etwas zu gedankenlos im Foren und oder Chat-Rooms allzu peinliche Bemerkungen hinterlassen haben und sich nicht bewußt waren, daß diese Daten nach Jahren noch auffindbar sind. Zugegeben muß man schon ziemlich blöd sein, um unter dem realen Namen irgendwelchen Mist zu verbreiten. Aber offensichtlich sind es deren so viele, daß es für die Geschäftsidee der "digitalen weißen Weste" reicht.<br />
<br />
In diesem Zusammenhang ist mir eine ähnlich gelagerte Geschäftsidee eingefallen. Die Beseitigung von lästigen Spuren und das Schaffen einer politisch korrekten Identität ist sicherlich eine mühsame und schwierige Arbeit. Doch selbst das dürfte nicht ausreichend sein. Gerade für jemanden in der IT-Branche ist sogar von Nachteil, wenn man keine Spuren im Netz hat. Wenn jemand seine 10 Jahre Erfahrung mit Computern und Software anpreist, dann muß derjenige virtuelle Fußabdrücke vorweisen können, die bis ins Jahr 1998 zurückreichen. Ansonsten ist die Person unglaubwürdig. Aber wie erschafft man heute Forenbeiträge, die auf das vorherige Jahrhundert datieren? Das wäre so etwas wie die Erschaffung eines virtuellen Lebenslaufs - das 'virtuell' hat einen doppelten Sinn: digital und scheinbar. Das wäre die wirklich anspruchsvolle Aufgabe. Andere Frage: Gibt es jemand, der der dafür bezahlen würde.<br />
<br />
Ich für meinen Teil habe da viel Glück. Vor 10 Jahren war ich Student und hatte viel Zeit, um die richtigen Spuren im Netz zu legen (wobei ich damals nicht ahnte, daß sich diese Spur so lange halten wird und als nützlich erweisen sollten). Meine ältester bei Google auffindbarer Fußabdruck stammt aus einem Usenet-Beitrag zu Thema C++ im Jahr 1998.<br />
<div style="margin:1px;padding:0px"><br />
<img style="border:1px solid silver" src="/pics/ancient-egogooglen.jpg" alt="Bild:Ego-Googlen ins vorige Jahrhundert" title="Ego-Googlen ins vorige Jahrhundert"/></div><br />
<br />
Vor weniger vorteilhaften Indizien habe ich keine Angst. Im Zweifelsfall gibt es noch den anderen Herbert Mückenheim, der sich für Godzilla und die Geräuscherzeugung interessiert. Damit relativiert sich die Aussagekraft des virtuellen Lebenslaufs wieder. Er ist nicht nur unvollständig, sondern kann selbst bei seltenen Namen irreführend sein. Der Name meiner Bekannten ist so häufig, daß eine Zuordnung von Suchmaschinenergebnisse zu ihrer Person reine Spekulation ist. Aber die Suchwortkombination ihres Names mit "Erfurt" liefert in den vorderen Plätzen <a href="http://www.typisch-tango.de">www.typisch-tango.de</a> und den Vereins-RSS-Feed.<br />
<br />
<br />
<span style="font-size:8pt"><br />
PS.  Den Artikel wollte ich ursprünglich mit dem Titel "Der virtuelle Lebenslauf" veröffentlichen (h1-taggen). Warum ich doch eine andere Überschrift gewählt habe, dürfte sich nach dem Lesen erklären. Ich bin jetzt gespannt, wie weit ich bei der umkämpften Suchwortkombination "Suchmaschinenoptimierung" und "Erfurt" gegen die Experten ankomme.<br />
<br />
PS zwei. nach etwa 12 Stunden ist mein Beitrag auf Platz 51 von etwa 72.000 bei der Suche nach "Suchmaschinenoptimierung" und "Erfurt". Für einen Hobby-SEO ganz ok. Geld würde ich damit nicht verdienen können. Am 26.02. auf Platz 106 :(<br />
</span><br />
]]></description>
 <category>Googlomanie</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=24</comments>
 <pubDate>Wed, 6 Feb 2008 00:05:57 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>Mitreden können</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=23</link>
<description><![CDATA[<div style="float:right;margin:10px;padding:0px"><br />
<img style="border:1px solid silver" src="/pics/alf.jpg" alt="Bild:Alf der Außerirdische" title="Alf der Ausserirdische"/></div>Zu meiner Jungedzeit war Fernsehen das wichtigste Schulhofthema - genauer gesagt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Westfernsehen"><i>Westfernsehen</i></a>, aber das <i>West-</i> ist hier ohne weiteren Belang. Mit Westfernsehen meine ich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF. Als die privaten Sender an den Start gingen, war meine Schulzeit gerade beendet und und wenig später endete auch der Kontext des Begriffs <i>"Westfernsehen"</i>. Denn im vereinigten Deutschland muß man keine Repressalien fürchten, wenn man einen bestimmten Sender sieht, zumindest keine von staatlicher Seite. Die Repressialen, die man durch das - was dort auf der Mattscheibe läuft - ertragen muß, bleiben natürlich bestehen und werden immer schlimmer.<br />
<br />
<div style="float:left;margin:10px;padding:0px"><br />
<img style="border:1px solid silver" src="/pics/colt.jpg" alt="Bild:Colt Seavers" title="Colt Seavers alias Lee Majors - Held meiner Jugend"/></div>Noch recht gut kann ich mich an eine Sendung erinnern - ich glaube es war eine <i>"aktuelle Schaubude"</i> -, in der ein Familie besonders ausgefallener Menschen gezeigt wurde. Es waren Menschen, die keinen Fernseher zu Hause hatten. Socherlei Menschenschlag war mir damals fremder als zum Beispiel E.T. oder Alf der Außerirdische. Ein Leben ohne Fernseher konnte ich mir als Jugendlicher einfach nicht vorstellen. Jeden Morgen, wenn wir Schüler uns vor dem Unterreicht auf dem Schulhof versammelt haben, wurde zuallererst und hauptsächlich über das Fernsehprogramm des vergangenen Abends gesprochen. Insbesondere die endlosen amerikanischen Serien des Vorabendprogramms, mit Helden wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Colt_f%C3%BCr_alle_F%C3%A4lle">Colt Seavers</a>, Captain Future &amp;Co, wurde ausgiebig durchgesprochen. Heute kann ich mir zwar nicht mehr vorstellen, was an diesem Programm überhaupt diskussionswürdig war, aber vermutlich schuf das Programm das Gemeinschaftsgefühl einer Quasi-gemeinsamen-Erfahrung. Man mußte die Serien gesehen haben, um mitreden zu können - um dazuzugehören.Mit Beginn des Studiums und dem Auszug aus dem elterlichen Heim war mein Fernsehkonsum bereits auf ein Minimum heruntergefahren. Der Computer - besonders Spiele - hatten die Funktion des Alleinunterhaltungsgeräts übernommen. Zudem habe ich mir bewußt keinen Fernseher für meine Studentenbude gekauft, weil ich ja Studieren wollte und die wertvolle Zeit nicht an der Mattscheibe verbringen konnte. Die ersten eineinhalb Jahre hatte ich dort nicht einmal einen Computer, um nicht vom Lösen der schwierigen Aufgaben abgelenkt zu werden. Erst als sich die Aufgaben häuften, die mit Computertechnik etwas einfach zur lösen waren, holte ich doch den Rechenknecht in meine Studierstube.<br />
<br />
Zudem war die Kenntnis des Fernsehprogramms für die Anerkennung im studentischen Bekanntenkreis nicht mehr notwendig. Eher im Gegenteil - bewusster Verzicht auf die Beeinflussung durch die Medienkonzerne war eine halb-politische Einstellung. Ich lernte immer mehr Menschen kennen, die keinen Fernseher zu Hause hatten. Was mir vor Jahren - in der <i>"aktuellen Schaubude"</i> noch Fremder als Aliens vorkam - wurde langsam zur Normalität. Zugegeben, manche meiner Bekanntschaften lebten in einer WG, wo zumindest ein Mitbewohner über einen Fernseher verfügte oder manche hatten eine TV-Karte am Rechner, aber im Großen und Ganzen war Nicht-Fernsehen eine Lebensphilosophie geworden, die sich der gehobene Bildungsbürger gerne ans Revers heftete - um es mal blumig auszudrücken.<br />
<br />
Inzwischen scheint die Kenntnis des Fernsehprogramms eher nachteilig zu sein. Vor ein paar Wochen war ich bei einem Kunden zu Gast. Am Mittagstisch mit lauter IT-Fachleuten wollte einer über das Dschungelcamp reden. Schon mit den ersten Worten deutete er an, dass ihm bewusst ist: über diese Sache wird nicht gerne gesprochen. Tatsächlich stieg auch niemand auf eine Diskussion ein.<br />
<br />
Ich muss sagen, dass ich das Fernsehen nie vermisst habe. Der allgemein beschriebene Untergang der Fernsehkultur ist komplett an mir vorbei gegangen. Wenn nicht die Abende zufällig mit Ausgehen - hauptsächlich zum Tango - ausgefüllt sind, dann gibt es immer noch Bücher oder den Computer mit ein paar netten Spielchen. Apropos Computer: Das Videoportal <a href="http://www.youtube.com">Youtube</a> weckte wieder das Interesse am Programm. Eine gute DSL-Verbindung vorausgesetzt, bieten solche Video-Websites inzwischen das, was jahrelang als interaktives Fernsehen angekündigt und angepriesen wurde, aber in dieser Form nie ernsthaft realisiert wurde. Wenn man mag, kann man sich eine stundenlange Pleiten, Pech & Pannenshow zusammenstellen, oder man sieht sich alle Ladykracher-Sketche an oder die Outtakes von Bully Herbig. Egal welches Fernsehthema - man findet unzählige kleine Videoschnipsel. Schon einige Abende habe ich auf diese Weise verbracht, indem ich mir mein eigenes Fernsehprogramm zusammengestellt habe.<br />
<br />
Als nun neulich unter Bekannten über die Fernsehsendung <i>"Deutschland sucht den Superstar"</i> gesprochen wurde, musste ich zugeben, dass ich diese noch nicht gesehen hatte. Aber ich kannte diverse Pleiten beim Casting, die als Ausschnitte bei Youtube zu sehen sind - wie dieser Typ, der die Jury mit Wasser vollspritzt. Außerdem kenne ich Simon Powell, das englischsprachige Original von Dieter Bohlen, der zwar weniger beleidigend aber dafür ätzender in seinen Kommentaren ist. Was soll man sagen zu: Der Einbeinige, der den 100-Meter-Lauf gewinnen will. Das ist doch irgendwie nett!<br />
<br />
Das wirklich bemerkenswerte an der Sache: Weil ich Simon Powell kenne, kann ich bei DSDS mitreden - und zwar ganz ohne Fernseher. Das ist doch ein wirklicher Fortschritt, oder nicht?<br />
<br />
<object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/xE7esVpDjHE&rel=1"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/xE7esVpDjHE&rel=1" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object><br />
]]></description>
 <category>Technikotikum</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=23</comments>
 <pubDate>Sun, 3 Feb 2008 22:34:15 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>Wer ist Karl Kesselflicker?</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=22</link>
<description><![CDATA[Zugegeben ist das wieder einer meiner Sinnlos-Artikel, die ich nur schreibe, um mal das Suchmaschinen-Verhalten auszutesten.<br />
<br />
Nein, der wahre Grund für diesen Beitrag ist ein Artikel bei <a href="http://www.xing.com">www.xing.com</a>, den ich eben gelesen haben. Es geht dabei um eine Art 10-Punkte-Plan, um die eigene Website bei Google auf vordere Plätze zu bringen. Der Beitrag ist übrigens recht gut und deshalb möchte ich mal einen Link darauf setzen:<br />
<a href="https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=7461822">https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=7461822</a> (Hoffentlich können ihn auch nicht XING-ler lesen). In dem Text wird anhand der fiktiven Person Karl Kesselflicker erläutert, was Karl für eine gute Google-Plazierung machen muß bzw. er selbige überprüfen kann. Vermutlich ist der Text für einen echten Kesselflicker schon zu IT-lastig, aber das ist jetzt nicht das Thema.Obwohl das Beispiel natürlich rein fiktiv ist, habe ich trotzdem mal bei Google nach Karl Kesselflicker gesucht. Das Ergebnis war ziemlich entmutigend. Es gibt anscheinend gar keinen Karl Kesselflicker. Vom Autor war es natürlich geschickt einen rein fiktiven Namen zu wählen, damit sie niemand unangenem berührt fühlt. Noch geschickter wäre es natürlich, wenn der Autor selbst eine Seite über Karl Kesselflicker ins Netz gestellt hätte und diese bei der Suche nach dem Namen an der ersten Position landet. Das wäre der Beweis, daß man nicht nur die Theorie kennt, sondern auch in die Praxis umsetzen kann.<br />
<br />
Es wird also Zeit, Karl Kesselflicker ein - wenn auch nur virtuelles - Leben zu geben. Nur leider habe ich im Moment keine Zeit, mir Karls Vita auszudenken. Was soll's? Vielleicht habe dazu später Zeit. Vielleicht wird Karl sogar zu einem <a href="http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=15">zentralen Eckpfeiler</a> meiner <a href="http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=20">Googlomanie</a>.<br />
]]></description>
 <category>Googlomanie</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=22</comments>
 <pubDate>Mon, 28 Jan 2008 18:07:09 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>Erfolgreiche Ehemänner</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=21</link>
<description><![CDATA[Vor einiger Zeit mußte ich mich an einen Spruch erinnern, den ich in meiner Jugendzeit häufiger gehört habe, der jetzt nicht mehr so verbreitet ist. Bemerkenswert ist vielleicht, daß diese Spruch ausschließlich von Frauen geäußert wurde. Er lautet:<br />
<br />
<b><i>"Hinter einen erfolgreichen Mann steht eine gute Ehefrau"</i></b><br />
<br />
Abgesehen davon, daß dieser Spruch ziemlich diskriminierend für die Frauen ist und - wie erwähnt - nicht mehr so richtig aktuell, birgt er einige offene Fragen. Die Sache mit der Diskriminierung ist offensichtlich. Heutige Frauen sind - zum Glück - nicht mehr bereit, sich in eine Position hinter dem Mann einzufinden. Ehrlich gesagt, habe ich sogar den Eindruck, daß in vielen heutigen Beziehungen die Frau voran läuft und der Mann - in Funktion des Wasserträgers - hinterher. Ob diese Reihenfolge jetzt besser ist, kann man bezweifeln, aber ein echtes Nebeneinander - im Sinne von: auf gleicher Ebene - ist ziemlich schwer zu realisieren. Aber mir geht es hier auch nicht um die Frage der Anordnung sondern um das Wort <i>"erfolgreich"</i>.<br />
Die Frage nach dem Erfolg kann man durchaus sehr unterschiedlich bewerten. Ein Beispiel: Herr Anton gründet eine äußerst erfolgreiche Firma, wird mehrere Male zum Unternehmer des Jahres gewählt, ans-Dampf-in-allen-Gassen, stirbt mit etwa 55 Jahren an Herzkasper und hinterläßt seiner trauernden Ehefrau geschätzte 10 Millionen &euro; Vermögen. Herr Bert läßt es als Grafiker nicht so hektisch angehen, kann mit 65 Jahren und einer halben Million &euro; einen kleinen Landsitz in der Toskana erwerben, verbringt seinen Lebensabend mit Rotwein und attraktiven Italienerinnen und verabschiedet sich im Alter von etwa 85 Jahren geruhsam von dieser Welt. <br />
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Die Frage: <i>Wer war erfolgreicher im Leben - Anton oder Bert?</i> Aus der reinen Betrachtung der Geschäftszahlen und aus Perspektive der Ehefrau und der Gesellschaft muß man Anton als Sieger anerkennen. Versucht man dagegen, die Angelegenheit aus dem Blickwinkel der beiden Männer zu betrachten, zeigt sich ganz anderes Bild. Bert würde bestimmt um keinen Preis der Welt mit Anton tauschen wollen. Wenn Anton durch den Herzkasper nicht gleich dahingerafft wird, dann wirder sicherlich versuchen, mehr nach der Bert-Schiene zu leben. Mit anderen Worten: <i>Erfolg ist subjektiv.</i><br />
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Das eigentliche Problem an solchen Betrachtungen liegt natürlich darin, daß man nicht herausfinden kann, wie es im umgekehrten Fall gelaufen wäre. Was wäre passiert, wenn ein Mann keine Frau oder eine andere geheiratet hätte? Leider bleibt uns der Einblick in dieses Paralleluniversum verwehrt. <br />
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Wie reich würde ein Junggesellen-Anton werden? Kann man davon ausgehen, dass er ohne die Doppelbelastung von Firma und Ehe ein geringeres Risiko zum Herzausfall ausstehen mußte? Denkbar wäre das. Nehmen wir an, die Frau hätte stattdessen Bert geheiratet. Könnte er dann als Grafiker arbeiten oder würde ihn seine Gattin - für die Kunst eine brotlose Kunst ist - stattdessen in Angestelltenverhältnis in einer Bank oder einem Autohaus schicken. Weil Bert mit diesem Job unzufrieden ist, kommt er nie über den Posten eines stellvertretenden Abteilungsleiters hinaus. Bei Renteneintritt reicht seine Lebensversicherung gerade mal für einen kleinen Schrebergarten. Den muß er vermutlich nicht mit seiner Frau teilen, weil die sich längst von ihm scheiden ließ. Sie versucht unterdessen beim reichen Anton anzubändeln, aber der steht natürlich nur auf jüngere Mädels. <br />
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Damit stellt sich mir der Eingangsspruch ein bischen anders dar: <i>Zu jedem erfolgreichen Mann gesellt sich eine Frau, die von einem erfolglosen weggelaufen ist.</i><br />
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Ok, das klingt ein bischen sarkastisch, aber die Realität und Sarkasmus scheinen in diesem Universum gut miteinader zu korrelieren während die Kombination "Liebe und Ehe" wohl eher in einem Paralleluniversum zu finden - vielleicht ist es auch ein Orthogonaluniversum.<br />
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PS. an alle Personen, die mich nicht kennen: Wer errät meinen Familienstand?<br />
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 <category>B-Kisten</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=21</comments>
 <pubDate>Sat, 26 Jan 2008 01:04:22 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>Googlomanie</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=20</link>
<description><![CDATA[<div style="float:left;margin:10px;padding:0px"><br />
<img style="border:1px solid silver" src="/pics/carrera.png" alt="Bild:Carrera Go Modellrennauto" title="Carrera"/></div>Bestimmte Marken sind zu Gattungsbegriffen geworden. Zum Beispiel spricht (kaum) jemand von Papiertaschentüchern sondern sagt einfach <i>"Tempo"</i>, obwohl recht viele verkaufte Papiertaschtücher keine <i>"Tempos"</i> sind. Gleiches gilt für <i>"Nutella"</i> statt Nuss-Nougat-Creme (rsp. extrem süßer Brötchenaufstrich) oder <a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/1038/mit_karacho_aus_der_kurve.html">"Carrera"</a> statt elektrische Modellautorennbahn. Auch der Gattungsbegriff Internet-Suchdienst wird von kaum einem Mensch verwendet. Hier sagt man einfach <i>"Google"</i>. Bei diesem Begriff geht man sogar noch einen Schritt weiter. Viele verwenden sogar das Verb <i>"googlen"</i>, wenn sie die Benutzung eines Internet-Suchdienstes meinen - oder allgemein die Recherche im Internet und diese beiden Tätigkeiten als gleichartig betrachtet werden. Das ist etwas gleichbedeutend damit <i>"ich tempoe"</i> zu sagen, wenn man meint <i>"ich schnäuze mich"</i> oder <i>"wir carreraren"</i>, wenn man mit Freunden an der Autorennbahn spielt.<br />
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Aber mit den Wortschöpfungen ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, finde ich. Ein weiterer Begriff wird dringend gebraucht, der folgenden Sachverhalt beschreibt: Die eigene oder eine fremde Website in den Suchergebnissen von Google auf vordere Plätze zu bringen. Ich möchte dafür das Wort <i><b>"Googlomanie"</b></i> einführen.<br />
Zugegeben gibt es schon artverwandte Begriffe für Googlomanie. Da wäre zum einen das Google-Bombing. Diese Bezeichnung ist etwas irreführend, denn es handelt sich hier um Googlomanie in böswilliger Absicht (böswillig in dem Sinne, daß es für den Betreiber der Website unvorteilhaft ist). Beim <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Bombing">Goole-Bombing</a> geht es darum, daß eine fremde Website bei Eingabe unschöner Suchbegriffe auf vorderen Plätze zu bringen. Klassisches Beispiel: Bei Suche nach <i><a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/3298443.stm">"miserable failure"</a></i> (dt: totales Versagen/Versager) erhielt man viele Jahre die offizielle Website von George W. Bush als erstes Ergebnis.<br />
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Aber es gibt auch eine positive Ausrichtung der Googlomanie. Ein ganzer Geschäftszweig basiert diesen Ambitionen. Was auch logisch ist, denn mit jeder Psychose kann man schönes Geld verdienen. Googlomanie-Befallene finden bei sogennanten SEOs ihren nötigen Stoff. SEO steht dabei für <i>"Search Engine Optimisation"</i> (dt: Suchmaschinenoptimierung). Die Bezeichnung ist natürlich irreführend, denn abgesehen von ein paar wenigen Angestellten bei den Suchdienst-Betreibern ist niemand in der Position, um Suchmaschinen zu optimieren. Die tatschächliche Tätigkeit des SEO besteht darin, eine Website dahingehend zu verbessern, daß sie bei bestimmten Suchbegriffen auf vorderen Plätzen bei den Suchbegriffen erscheint. <br />
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Nun stecken hinter dem SEO durchaus begründete wirtschaftliche Interessen. Da halt viele Leute <i>"googlen"</i>, um an bestimmte Informationen zu erlangen, und sich häufig nur die ersten Suchergebnisse anschauen (das sind die Seiten, die von der Suchmaschine als besonders treffend für den Suchbegriff bewertet wurden) sollte man mehr Besucher auf seiner Seite. Mehr Besucher = mehr Kaufinteressenten = mehr Verkäufe = mehr Einnahmen = mehr Geld. Ob diese Gleichung wirklich aufgeht, kann man sicherlich begründet anzweifeln, aber es geht mir hier gar nicht um den kommerziellen Aspekt. Tatsächlich gibt es viele Menschen, die ohne wirtschaftliche Interessen vordere Suchergebnisplätze anstreben. Sie möchte einfach gefunden, also beachtet werden, so dass ihnen mit Hilfe der Suchmaschine mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Googlomanie könnte man also auch als Online-ADS umschreiben (ADS steht für Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Das ist eine der aktuellen Modekrankheiten. Manche nennen sie auch Hyperaktivität)<br />
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Da nicht jeder Googlomane einen teuren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SEO">SEO</a> bezahlen kann, der für ihn die "Drecksarbeit" macht, versuchen sich viele selbst an der Optimierung ihrer Website. Das ist eigentlich gar nicht so schwierig. Wenn man (a) wirklich etwas Nenneswertes zu einem Thema beitragen kann, (b) die formellen Vorgaben des HTML-Standards einhält, (c) ein klares und einfaches Layout verwendet und (d) andere Menschen ebenfalls der Meinung sind, daß man etwas Nennenswertes beigetragen hat und dies mit einem Link manifestieren, dann sind schon 95% des SEO erledigt. Leider scheitern die meisten Googlomanen bereits an (a). <br />
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Nun kursieren im Netz allerlei Tipps, wie man erfolglich die eigene Seite in die Suchergebnisse hochtreiben kann. Manch Tipps basieren auf eigener Erfahrung, manche sind weitererzählt und manche sind - nach dem Stille-Post-Prinzip - eher als Legenden zu bezeichnen. Vor einigen Jahren eine Person in einem Diskussionsforum ernsthaft vorgeschlagen, daß man möglichst häufig auf einen Link klicken soll, um die verlinkte Seite in den Suchergebnissen hochzuschieben.<br />
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Der Hintergrund dieser kühnen Behauptung war folgender: Google hatte angekündigt, das Nutzerverhalten zu protokollieren - und zwar in folgendem Sinne. Nehmen wir mal an, viele Menschen suchen nach <i>"Blümchentapete"</i> und bekommen eine Ergebnisliste mit Links und kurzen Texten auf Websites zu diesem spannenden Thema. Nehmen wir weiterhin an, fast alle der Suchenden klicken auf das dritte Suchergebnis weil sie dieses anhand des kurzen Textabschnitts als besonders passen einschätzen. Dann könnte man daraus schließen, daß das dritte Suchergebnis besonders treffend ist und in Zukunft auf den ersten Platz gehört. Obwohl diese Art der Suchenden-Beobachtung (rsp. Überwachung) bis heute nicht realisiert ist, hat sich in machen Köpfen die Assoziation <i>"Link klicken"</i>=<i>"besserer Suchergebnisplatz"</i> festgesetzt.<br />
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Selbst wenn das Verhalten der Suchmaschinennutzer auf diese Weise protokolliert würde, dann wäre der Effekt es auf die Suchmaschinenergebnisse beschränkt. Wenn also von Oma Ernas Webkochbuch ein Link auf Tante Friedas Online-Blümchenladen gesetzt wurde, dann hat das Klicken dieses Links auf die Suchergebnisse folgende Auswirkung:   &nbsp; [In Worten: keine]. Das kann gar nicht anders sein, denn Google erfährt nichts davon, wenn jemand Oma Erna zu Tante Frieda surft. Ok, das stimmt nicht ganz: Wenn Tante Frieda mit Google-Analytics arbeitet, dann bekommt Google etwas davon mit aber das hat wiederum keinen Einfluß auf die Suchergebnisse.<br />
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Anmerkung am Rande: Der Link selbst bringt natürlich einen Such-Vorteil für Tante Frieda (vgl (d) weiter oben). Aber das häufige Klicken dieses Links bringt keine weitere Verbesserung.<br />
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Ungeachtet der technischen Unmöglichkeiten sprießen die Mythen rings ums SEO munter aus dem Boden. Neulich hat in den XING-Diskussionen jemand vorgeschlagen, daß man wichtige Begriffe besser mit Bindestrich als mit Leerzeichen oder Komma trennen sollte, damit sie als Suchbegriffe taugen. Auch das ist wieder ein Beispiel, wie aus einer Tatsache per stille Post kompletter Unsinn werden kann.<br />
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Fakt ist: In einem Domainnamen dürfen keine Leerzeichen oder Kommas enthalten sein. Wenn man einen neuen Domainnamen reservieren möchte, muß man darauf achten. Möchte also der Verein der "Wald- und Wiesenfreunde" seine eigene Homepage anlegen, dann geht nicht <i>"www.wald- und wiesenfreunde.de"</i> Das Problem sind die Leerzeichen beim <i>"und"</i>. Was geht, wäre zum Beispiel <i>"www.wald-und-wiesen-freunde.de"</i> oder <i>"www.waldundwiesenfreunde.de"</i> Interessanterweise ist die zweite Variante nicht nur schlechter lesbar, sie ist auch hinsichtlich der Google-Suche nach <i>"Wald"</i> und <i>"Wiesen"</i> ungünstig. Aus folgendem Grund: <i>"waldundwiesenfreunde"</i> wird als ein Begriff gelesen während <i>"wald-und-wiesen-freude"</i> als die vier Begriffe <i>"wald"</i>, <i>"und"</i>, <i>"wiesen"</i> und <i>"freunde"</i> gewertet wird. Folglich hat die Trennung mit Bindestrich nicht nur den optischen Vorteil sondern auch den suchmaschienentechnischen.<br />
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Wohlgemerkt gilt diese Betrachtung nur für Domainnamen, weil dort keine Leerzeichen erlaubt. Im normalen Text einer Seite kann man <i>"Wald und Wiesen"</i> schreiben oder <i>"Wald-und-Wiesen"</i>. Stellt sich auch hier die Frage: Was ist günstiger hinsichtlich guter Suchergebnisse? Die Antwort: das ist vollkommen egal. Ob nun mit oder ohne Bindestrich ist man hier mit den Begriffen <i>"Wald"</i>, <i>"und"</i> und <i>"Wiesen"</i> vertreten. Wie diese Begriffen voneinander getrennt sind, ob nun mit Leerzeichen, Komma, Punkt oder gar einer HTML-Entity wie zum Beispielt &nbsp; (was im Browser auch als Leerzeichen angezeigt wird), hat überhaupt keine Auswirkung auf die Suchergebnisse.<br />
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Das-schreiben-mit-Bindestich-in-dieser-Form-würde-also-bei-<br />
Google-keinen-Vorteil-bringen.-Aber-es-sieht-beschissen-aus.<br />
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Damit dieser Artikel nicht noch länger wird, belasse ich es mit diesen zwei Google-Mythen. Wenn mir noch weiter über den Weg laufen, dann gibt es neue Artikel. Das ist auch eine Möglichkeit, um Bewegung in meinen Blog zu bringen. Zu den Auswüchsen der Googlomanie gibt es bestimmt noch viel zu berichten.<br />
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 <category>Googlomanie</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=20</comments>
 <pubDate>Sat, 12 Jan 2008 12:24:31 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>Geschäftsfeld &apos;Altruismus&apos;</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=19</link>
<description><![CDATA[Online-Communities sind nichts für mich. Nicht, weil ich prinzipiell etwas dagegen habe, sondern weil Realwelt-Communities mehr Bandbreite an Erlebnissen bieten. Trotzdem habe ich bisher zwei dieser Online-Communities ausgiebig erleben dürfen. Vor vielen Jahren (2001) hatte ich mich bei <a href="http://www.single.de">www.single.de</a> angemeldet. Die URL sagt eigentlich alles über meine damaligen Ambitionen aus. Andererseits spielt die Verbandelung der Teilnehmer auf dieser Seite eine große Rolle. Das ist erstmal ziemlich unlogisch, wenn eine Seite die single.de heißt und Singles als Zielgruppe hat, darauf ausgerichtet ist, daß die Zielgruppe keine Singles bleiben. Andererseits garantiert die Beziehungsunfähigkeit vieler Teilnehmer die Existenz dieser und vieler anderer Single-Seiten.<br />
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Seit etwa einigen Tagen bin ich aktiv bei <a href="http://www.xing.com">www.xing.com</a>. Es ist das Business-Portal für die aufstrebenden Geschäftsleute. Der Unterschied zwischen den beiden Websites ist nicht nur von Design her markant sondern auch von den teilnehmenden Personen. Was mir bei XING als erstes auffiel, waren die vielen hübschen Profilfotos von attraktiven, jungen Frauen - eigentlich genau das, was mir bei single.de extrem unterrepräsentiert vorkam. Unter den suchenden Single-Damen zeigen nur wenige aussagekräftige Fotos. Häufig fehlt das Bild oder manche sind in schlechter Qualität (ich möchte nicht darüber spekulieren, ob die unzureichende Bildqualität der Person eher schmeichelte) und allzuoft gab es nur Grafiken oder gar alberne Komics. Nicht wenige Frauen glauben, daß sie nur mit einem tiefen Kamerablick in ihr Decolleteé Aufmerksamkeit bekommen. Bilder, die Interesse auf eine zukünftige Partnerin machen, hatten den Seltenheitswert der berühmten Heuhaufennadel - bei single.de.<br />
Nun will ich hier nicht über Profilfotos schreiben. Angesichts meines aktuellen Beziehungsstatus begnüge ich mich sowieso mit dem Betrachen der XING-Profilfotos. Obwohl es natürlich eine interessante Fragestellung wäre, ob man die XING-gemeldeten Geschäftsfrauen zu Dates ausführen kann. Leider erfährt man bei XING nichts über deren aktuellen Beziehungsstatus. Ok, bei single.de war das nicht anders, denn die freiwilligen Angaben waren so unzuverlässig, so daß ich über diesen Weg häufig genug mehr oder minder verheiratete Frauen kennenlernte.<br />
<br />
Nein, mein heutiges Thema sind die Diskussionsforen, welche auf solchen Community-Seiten den wirklichen Unterhaltungswert bieten. Sowohl single.de als auch XING verfügen über aktiven Foren, wo Menschen ihre leidigen, allzu persönlichen Probleme dem breiten Internet-Publikum unter die Nase reiben können. Die Frage, ob jemand wirklich etwas derart Privates öffentlich macht, stellt sich im Kommunikations-Zeitalter nicht mehr. Wer sich keinen Psychologen leisten kann (oder mag), darf seinen Problem im Online-Forum zur offenen Therapiestunden vortragen.<br />
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Von mir selbst kann ich sagen, daß ich den Erkenntnissen Spieltheorie insbesondere dem Prizip <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tit_for_tat">Tit-for-tat</a> (dt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tit_for_tat">Wie du mir, so ich dir</a>), durchaus zugeneigt bin. Deshalb bin darum bemüht allen Menschen gegenüber höflich und hilfsbereit aufzutreten und hoffe auf die passende Gegenreaktion. Gerade zu den persönlichen Fragen in den Foren biete ich allzugerne meine vollig uneigennützigen, hilfreichen Anmerkungen an, von deren Nutzwert - sofern sie entsprechend berücksichtigt werden - ich vollends überzeugt bin. Warum? Lesen sie weiter!<br />
<br />
Leider ist es recht schwierig, die Fragesteller vom Nutzen meiner Hinweise zu überzeugen. Ein Beispiel: Ich kann mich noch gut an den jungen Mann bei single.de erinnern, der einen etwa 10-zeiligen Text in Kleinschreibung ohne jegliche Satzzeichen in einer Art fortwährender Litanei schrieb. Nach dem ersten Lesen hatte ich keinen blassen Schimmer, was er dem Publikum mitteilen wollte. Erst nach mehrmaligem Studium des Buchstabensalats ging mir die Intention des Schreibers auf: Er fühlte sich häufig unverstanden. Tatsächlich, er beschwerte ich darüber, daß ihn niemand verstehen will und das seiner Person nicht das nötige Verständnis entgegengebracht wird.<br />
<br />
Ok, nach dieser kurzen Analyse unterbreitete ich ihm den Vorschlag, daß er sich ein bischen klarer ausdrücken könnte, sich mit Satzzeichen anfreunden sollte und auch sonst den Regeln der deutschen Sprache ein wenig widmen, einfach um sein Anliegen besser formulieren zu können. Die Reaktion war - man ahnt es bereits - alles andere als Dankbarkeit. Mir wurde vorgeworfen, daß ich mich nicht an der Rechtschreibung hochziehen, sondern an seinem Problem mitdiskutieren sollte. Mein Einwand, daß zwischen diesen Dingen ein direkter Zusammenhang besteht, wurde nicht anerkannt. Der Junge fühlte sich auch von mir unverstanden und beklagt meine Pedanterie hinsichtlich Rechtschreibung. Ich verzichtete auf die Erklärung, daß ich die Rechtschreibung gar erwähnt habe sondern für mehr Ausdrucksfähigkeit plädierte. Oder hätte er vielleicht den feinen Unterschied verstanden, wenn ich es erwähnt hätte?<br />
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An diese Episode wurde ich bei einer neulichen XING-Diskussion erinnert. Anlaß für den Disput war die Suche eines jungen Mannes nach einem Investor (mindestens 100-tausend Euro schwer), der sich an einem sicherlich nicht ganz aussichtslosen gastronomischen Geschäft beteiligen sollte. Leider passte die Ausdrucksweise des Fragestellern eher zu einer phantasielosen Syncronisation eines Migranten-Kleinkriminellen in Miami-City aus einem drittklassigen B-Movie. Wohlgemerkt: Ich behaupte nicht, daß der Fragesteller irgendwie mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Er klang nur so, als wäre er bereits in der Grauzone tätig, wo man üblicherweise "viel Geld für wenig Arbeit" verspricht. Der dezente Hinweis, daß er mit diesem "Schnodder-Deutsch" im deutschen Finanzwesen auf wenig Gegenliebe stoßen und schon gar keine sprudelnden Geldhahn finden wird, wurde recht barsch abgebügelt. Ich verzichtete auf jeglichen Hinweis zur Sprache. Das war mein Glück, denn der Diskussionsteilnehmer, welcher in diese Richtung argumentierte wurde sehr hart abgewatscht. Aber selbst mein vorsichtiger Hinweis, daß man potentielle Investoren mit seriösem Umgangston geneigter machen kann, wurde als "am Thema vorbei" kritisisert.<br />
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Spätenstens an dieser Stelle würde ein Helfer mit altruistischen Ambition verzweifeln und die Konvertierung zum Misantrophen beantragen. Der Altruismus scheint mir eine Branche, wo man sich als Hilfesuchender alles herausnehmen kann, dagegen der Helfende die strengen Regeln der political correctness und andere gesellschaftliche Normen buchstabengetreu beachten muß, auch wenn die Möglichkeiten der Hilfestellung dadurch bis zur Unmöglichkeit eingeschränkt werden. Zugegeben ist das die typische Kunde-König-Situation wie sie in (fast) jedem Markt herrscht.  Nur ist der Altruismus alles andere als ein typisches Geschäftsfeld. Hiert steht einem Überangebot an Nachfrage ein Mangel an Angeboten gegenüber (klingt wie ein Widerspruch in sich, stimmt aber). Von der Logik her, sollte man dem Kunden "Hilfesuchender" empfehlen, den Königsnerz etwas zu lüften. Aber jemand, der von der Logik herkommt, gerät selten in die Verlegenheit, um fremde Hilfe bitten zu müssen. Womit dieses Dilemma sich selbst schließt.<br />
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Zum Glück sind mir altruistische Motive völlig fremd, da ich - wie bereits erwähnt - meine Hilfeleistungen aus dem Tit-for-tat ableite. Dieses Prinzip gibt mir auch beim Hilfesuchenden, der keine Hilfe annehmen mag, die richtige Hilfe. Ich biete ihm einfach keine Hilfe an - also nicht im Sinne, daß ihm gar keine Hilfe anbiete sondern in die Richtung daß ich ihm Hilfe anbiete, die keine ist. Tatsächlich ist das hilfreich - natürlich nicht dem Hilfesuchenden - aber mir.<br />
]]></description>
 <category>WortWunderWerk</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=19</comments>
 <pubDate>Tue, 8 Jan 2008 02:01:50 +0100</pubDate>
</item><item>
 <title>Neujahr</title>
 <link>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=18</link>
<description><![CDATA[Auch wenn nach zwei Monaten Untätigkeit meinerseits wohl niemand hier noch einen neuen Beitrag erwartet, wünsche ich allen zufällig vorbeikommenden Surfern ein <b>gutes neues Jahr!</b>]]></description>
 <category>Allgemein</category>
<comments>http://www.mueckenheim.name/index.php?itemid=18</comments>
 <pubDate>Tue, 1 Jan 2008 20:53:32 +0100</pubDate>
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